
Mit unserem Programm wollen meine Kollegin Kornelia Masur und ich wir das Thema Demenz auf besondere Weise ansprechen und einen fruchtbaren Austausch in den Quartieren anstoßen. Mit Mitteln des Theaters regen wir dazu an, sich auf die Welt der Menschen mit Demenz einzulassen und die Kommunikation mit ihnen zu verbessern.
Durch Interaktive Theateraufführungen für ein breiteres Publikum in Mehrgenerationenhäusern, Bürgerhäusern, Kirchengemeinden, Einrichtungen der Altenpflege und Seniorentreffs und durch vertiefende Workshops für Angehörige, Ehrenamtliche, Pflegeschüler:innen und interessierte Bürger:innen
Gemeinsam mit den Zuschauern wollen wir:
- – erforschen, wie Wege einer gelungenen Kommunikation mit Demenzerkrankten aussehen können
- – Menschen mit Demenz in ihrer Welt besser verstehen lernen
- – Eine wertschätzende und empathischen Haltung entwickeln
- – Zu einem besseren Verständnis von Demenz beitragen
- – Angehörige ermutigend unterstützen
- – kreative Ideen entwickeln, wie im Quartier der Umgang mit Demenz-erkrankten und deren Angehörigen
verbessert werden kann. - – Ehrenamtliche für die Arbeit mit Menschen gewinnen, die an Demenz erkrankt sind
Der 52. Hochzeitstag

Dr. Hubert Schreiner, ehemaliger Geschäftsführer, leidet seit einiger Zeit unter Demenz. Obwohl seine Frau Gerda oft bis an ihre Grenzen stößt, versucht sie die Situation nach außen hin zu verharmlosen. Die Pflegerin Gabriela unterstützt Gerda bei der Versorgung ihres Mannes. Anlässlich ihres 52. Hochzeitstags lädt Gerda ihre beiden Kinder ein. Die geplante Feier, die auch dazu dienen sollte, den Familienfrieden wiederherzustellen, löst zahlreiche schlummernde Konflikte aus. So endet unser Theaterstück zunächst mit einem bewusst herausfordernden Schluss und vielen offenen Fragen.
Im darauffolgenden Teil werden die Zuschauer in das Geschehen miteinbezogen. Unter der Moderation der Schauspielenden können sich die Anwesenden einbringen und Ideen entwickeln, wie die konflikthaften Situationen im Stück konstruktiv gelöst werden können.
Ich will hier nicht mehr bleiben

Die Pflege von Dr. Hubert Schreiner war zuhause nicht mehr möglich. Deswegen haben sich seine Frau Gerda und ihre beiden Kinder schweren Herzens für einen Umzug in ein Pflegeheim entschieden. In der neuen Umgebung kommt es immer wieder zu Konflikten, die gemeistert werden müssen. Herr Dr. Schreiner ist desorientiert und will unbedingt wieder nach Hause. Seine Frau leidet sehr darunter und Tochter Birgit kritisiert das Pflegpersonal.
Im Anschluss an das Stück werden herausfordernde Szenen nochmals durchgespielt, um alternative Lösungen im Umgang mit dem Demenzerkrankten zu finden. Hilfreiche Interventionen, wie validierende Gespräche, Musik, gemeinsames Tanzen und andere Formen der Bewegung, Erinnerungsarbeit und Anregungen zum Erzählen spielen eine wichtige Rolle.
Ich schaff das schon alleine

Henriette Schumann, 87, war immer eine eigenständige und selbstbestimmte Frau – doch ihr Leben entgleitet ihr zunehmend. Sohn, Pfleger, Nachbarin und Besuchsdienst versuchen Zugang zu ihr zu finden, stoßen jedoch immer wieder auf ihren Satz: „Ich schaff das schon alleine!“
Das Stück zeigt, wie schwer es für Menschen mit Demenz sein kann, Hilfe anzunehmen – und wie herausfordernd es für Angehörige und das Umfeld wird, den richtigen Weg zu finden. Im zweiten Teil des Stücks legen wir den Fokus darauf, Menschen mit Demenz besser zu verstehen, indem wir ihre Grundbedürfnisse erkennen – Sicherheit, Orientierung, Selbstwert, Zugehörigkeit – und Wege entdecken, einfühlsam darauf einzugehen. Wie können wir helfen, ohne zu verletzen? Wie gelingt Würde trotz Wandel? Ein berührendes Theatererlebnis, das aufklärt, verbindet und Mut macht. Für Angehörige, Pflegekräfte, Ehrenamtliche und alle, die Demenz besser verstehen wollen.
Workshop: Was wir miteinander im Umgang mit Demenz lernen können

Bei diesen Workshops geht es darum, einzelne Themen und Konflikte, die in den Theaterstücken sichtbar werden, zu vertiefen. Es geht um die besondere Welt der Demenz, den Umgang mit herausforderndem Verhalten, die Überlastung und Hilflosigkeit der pflegenden Angehörigen und der Pflege- und Betreuungskräfte.
Für diesen Workshop nehmen wir uns, je nach Absprache, 3 bis 5 Stunden Zeit. Somit können Themen, die die Teilnehmer:innen besonders interessieren, intensiver bearbeiten werden.
